Bäuerliche Landwirtschaft

1/1

Vom Samenkorn zum Brot oder zum Ei 

Das Kulturland vom Haldenhof eignet sich sehr gut für den Getreideanbau. Im Fruchtfolgewechsel von Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Eiweissfrüchten und weiteren Kulturen, schützen und verbessern Gründüngungen und Zwischenfruchtsaaten den Boden und geben zusätzliches Rau-Futter für unsere Kühe. In der ehemaligen Tabakscheune haben wir eine Getreidestation eingerichtet. In geeigneten Lagersilos können wir frisch gedroschene Getreide lagern und trocknen. Eine Reinigungsmaschine trennt Beikrautsamen, Staub und Fremdkörper vom Getreide. Auch minderwertiges oder gebrochenes Korn wird vom „Guten“ getrennt. Die „2.-Klass-Ware“ wird für Hühnerfutter und wenig Schweinefutter verwendet, Brotgetreide wird weiterverarbeitet, Dinkel beispielsweise wird geröllt, Sonnenblumensamen, Hafer und Gerste können geschält werden.

In der Gästebewirtungsküche haben wir eine grosse Knetmaschine und einen grossen Backofen eingerichtet, wo wir unser Sauerteigbrot backen können. Unser Hofsauerteig „Halderio“ haben wir von Freunden geerbt und ziehen ihn sorgfältig von Backtag zu Backtag weiter - gekühlt und nicht geschüttelt. Die Produktion von Hühnerfutter ist eine besondere Herausforderung. Sämtliche heute auf dem Markt erhältlichen Hühnerfutter (das gilt auch für Kraftfuttermischungen für andere Nutztiere) enthalten nebst den hauptsächlichen Getreidekomponenten eine sogenannte Vormischung oder Prämix. Dieser Prämix ist weitgehend eine Blackbox der Futtermittelindustrie. Einerseits besteht er aus wichtigen (essentiellen) Mineralstoffen, zusätzlich verlangen die heutigen Hochleistungszuchten von Nutztieren entsprechende „Spitzensportler“-Nahrung. Die Vitamincocktails und Wirkstoffe sind in der Dosierung patentähnlich geschützt. Die Liste der eingesetzten Wirkstoffe ist einigermassen bekannt. Mit der Begründung von Haltbarkeit, Mischbarkeit etc., werden x Stoffe als notwendig definiert und für die „Qualität“ des Mischfutters eingesetzt. Die Futtermittelindustrie definiert diese Notwendigkeit selber! Für uns Biobauern ergeben sich daraus mehrere Problempunkte:

1. werden diese Prämix auch in Bio- und Demeter-Futtermitteln eingesetzt.

 

2. sind die Vitaminpräparate kaum mehr in nicht GVO-Wertigkeit erhältlich und verletzen damit durch zunehmende Ausnahmen ein wichtiges Prinzip des Ökologischen Landbaus.

 

3. verlieren wir das Wissen über die herkömmliche, bäuerliche Herstellung von eigenen Mischfuttern, zum Beispiel für die Hühner.

 

4. Anstelle von hofangepasster Fütterung und eigenen Futtergrundlagen basiert die Hühnerhaltung auf zugekauften Futtermitteln.

 

5. Selbst auf Biobetrieben angebautes Getreide wird von den Mühlen als Rohstoffe möglichst günstig eingekauft, gewinnbringend gemischt und mit problematischen Stoffen angereichert.

 

6. In der Schweiz stellt nur eine Futtermühle Demeter-Hühnerfutter her (Monopol).

 

Wir setzen auf dem Haldenhof viel daran, ein gutes Hühnerfutter 100% selber aus unserem Anbau herzustellen. Wir sind auch in diesem Punkt überzeugt, dass die bäuerliche Handhabung und das Knowhow unerlässlich sind für unsere Unabhängigkeit und für den Erhalt von Wissen und Erfahrung!